Tulpen

Tulpen – das Markenzeichen von Holland

Tulpen, ich liebe sie! Wenn möglich, stehen die ersten Tulpen schon zwischen Weihnachten und Neujahr zu Hause auf meinem Esstisch. Der Schwabe sagt immer, es ist Winter… *halt Mann*. Irgendwann ist dann der Punkt gekommen und ich habe angefangen mich mit dem Thema Tulpen auseinander zu setzten: Tulpenzucht, Tulpenanbau, Tulpenpflege usw.

Tulpen unter Glas

Die Gewächshäuser, in denen die Tulpen wachsen, findet man in großer Zahl im Bollenstreek ganz in der Nähe von Noordwijk aan Zee. Dem Gebiet südlich von Amsterdam beim berühmten Keukenhof, wo im Frühling auch die Tulpen auf den Feldern blühen. Während es auf den Tulpenfeldern um die Tulpenzwiebel geht, werden in den Gewächshäusern die Zwiebeln in Tulpen für die Vase verwandelt. Große Tulpenfelder gibt es auch noch im Flevopolder. Es ist zwar eine gute Stunde mit dem Auto bis in die Noordoostpolder, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Vor allem wenn man – als Tourist – mal keine Lust hat auf andere Touristen.

Wie das so in der Praxis vor sich geht, schauen wir uns heute in einer Tulpenzüchterei an. Hier zwischen dem bekannten Frühlingspark Keukenhof und dem Strandort Noordwijk, reihen sich die Tulpenfelder aneinander. Noch sind sie mit Stroh bedeckt und braun. Erstes Grün oder sogar etwas Farbe ist dort noch nicht zu erkennen, dafür sind die Nächte noch zu kalt.

Ganz anders sieht es im großen Gewächshaus aus. Tausende Tulpen stehen hier dicht an dicht. Unter kontrollierten Bedingungen werden hier Winter und Frühling simuliert, damit die Tulpen das machen, was sie sollen: wachsen, gedeihen und blühen.

Von der Zwiebel zur Tulpe

Mit der Tulpenzwiebel fängt alles an. Groß und kräftig muss sie sein, damit aus ihr auch eine kräftige hohe Tulpe für die Vase wachsen kann. Um dies zu erreichen, hat man die Zwiebel schon mehrfach im Freien auf die Felder gepflanzt. Dort wird auf die Tulpenblüte kein Wert gelegt. Die Zwiebel soll sich vermehren und ordentlich wachsen, mehr nicht. Erst wenn sie nach einigen Jahren die perfekte Größe erreicht hat, lässt man daraus eine Tulpe für den Verkauf als Schnittblume wachsen.

Tulpenzwiebeln mögen es kalt, die Kisten in der Kühlhalle von Tulpenzüchterei stapeln sich Meterhoch. Namen, wie Antarktica, Ferrari oder auch INXS an den Kisten geben an, von welcher Sorte Tulpe die Zwiebel stammt. Bei nur wenigen Grad über Null bleiben die Tulpenzwiebeln rund 14 Wochen in der Kälte, bis ein kleiner hellgrüner Keim austreibt. Dann wird es Zeit für die Pflanzung.

Erde braucht eine Tulpe im Gewächshaus jedoch nicht unbedingt. Wasser mit etwas Nährstoffen reicht ihr aus, um zu wachsen. In Kunststoffkisten werden die Tulpenzwiebeln aufgereiht und gewässert, dann geht es für weitere zwei Wochen zurück in die Kühlhalle. Solange dauert es nämlich bis die Zwiebel Wurzeln bildet. Erst dann wird es Frühling für die Tulpen und sie kommen ins 16 Grad warme Gewächshaus.

Die Tulpenfelder in Holland, die sich jährlich viele Touristen anschauen, dienen eigentlich nicht der Zucht der vielen Tulpen, sondern vielmehr der Zucht der Blumenzwiebeln, eins der Exportprodukte der Niederlande. Für Holland ist die Tulpe selber ein Nebenprodukt.

Es grünt so grün

Unter dem großen Glasdach erwartet uns ein Meer von Grün. Tulpen in verschiedenen Größen, soweit das Auge reicht. Vollautomatisiert werden die Kisten mit den Tulpen von einer Seite zur anderen transportiert. Rund drei Wochen dauert diese Reise der Tulpe durch das große Gewächshaus, dann ist die Zeit für die „Ernte“ gekommen.

Die Blüte ist jetzt zwar noch geschlossen, aber sie zeigt schon etwas Farbe. Der perfekte Zeitpunkt für den Schnitt. Mitsamt der Zwiebel geht es auf einem Förderband in die Maschine, die die Tulpe auf die richtige Länge schneidet und zu einem Bund mit zehn Tulpen bindet.

Die abgeschnittene Zwiebel hat ihre Arbeit jetzt getan. Ihre ganze Kraft hat sie in die Tulpe gesteckt, noch einmal wird sie nicht gepflanzt. Aber ganz unnütz endet ihr Leben nicht. Die Schafe, die die ausgebrauchten Tulpenzwiebeln zum Fressen bekommen, freuen sich über die Delikatesse.

Beim Einpacken des Tulpenbündels in Papier kommt in der Tulpenzüchterei wieder der menschliche Faktor ins Spiel. Eine letzte Kontrolle und ein eventuell korrigierender Handgriff sorgen dabei für den perfekten Bund Tulpen. Und ja, dass das klappt kann ich bestätigen.

Natürlich habe ich auch einen dicken Strauß Tulpen mit nach Hause genommen unter dem Motto: „Tulpen aus Amsterdam, tausend rote, tausend gelbe, alle wünschen dir das selbe…“ 😊

Tulpenpflege

Ich möchte natürlich, wie viele andere auch, lange von meinen Tulpen was haben, hier jetzt mal ein paar Tipps zur richtigen Tulpenpflege:

  • Stiele nicht zu tief ins Wasser stellen

Benutzt immer eine saubere Vase und frisches Wasser. Tulpen wachsen im Blühverlauf weiter. Wenn Ihr nur ca. 2 bis 3 cm Wasser in Eure Vase füllt, könnt Ihr das Wachstum ein bisschen hinauszögern, weil die Stiele dann weniger Wasser aufnehmen können. Kontrolliert jeden Tag den Wasserstand in der Vase und füllt ihn gegebenenfalls auf. Alle zwei bis drei Tage solltet Ihr das Wasser komplett austauschen. Wenn Ihr eine Glasvase für Euer Tulpenarrangement benutzt, könnt Ihr den Wasserstand besonders gut im Auge behalten.

  • Der richtige Anschnitt

Bevor Ihr die Tulpen in die Vase stellt, solltet Ihr unnötige Blätter im unteren Stängelbereich entfernen und die Stiele mit einem scharfen Messer gerade anschneiden. Tulpenstiele werden nicht schräg angeschnitten, um das Wachstum der Stiele einzudämmen.

  • Nachts kühl lagern

Stellt Eure Vase mit den Frühlingsblühern nicht in die direkte Sonne. Ein Standort ohne Zugluft und entfernt von einer Obstschale ist optimal.
Wenn Ihr die Vase mit dem Strauß nachts an einem kühlen Ort lagert, z. B. in der Garage oder im Keller, halten sich die Blumen noch länger. Der Ort sollte aber vor Frost geschützt sein.

Ich denke, Ihr habt jetzt genug von meiner Tulpensucht, ich verspreche der nächste Blog wird etwas ganz anders und mal wieder mit dem Schwaben.

Eure Dani

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