Leuchtturm Stavoren

Trotz der Glasfenster fegten Böen über den Bahnsteig der Station in Stavoren. Amalia van Laux wartete schon über 2 Stunden auf ihre Verabredung. Sie blickte voller Sorge auf den Leuchtturm und dann hinaus zu den beiden Positionslichtern am Hafeneingang.

Sie war in ihren Nerz gemummt und trug hauchdünne Seidenstrümpfe. Für den Tag, 18. Dezember anno 1895 war es eisig kalt. Endlich kam das Fährboot von Enkhuizen und eine imposante Gestalt mit breiten Schultern kam schnellen Schrittes auf sie zu. Der gutgekleidete Herr winkte einen Gepäckträger herbei und nahm sie liebevoll in Empfang.
Sie gingen schnellen Schrittes zum Fährboot, um zusammen nach Enkhuizen zu fahren. Hier sollte in den nächsten Tagen ein neuer Lebensabschnitt für Amalia van Laux beginnen.

Als das Fährboot den Hafen verließ, blickte sie zurück auf die beiden Positionslichter, die mit dem gusseisernen Leuchtturm zusammen ein wunderschönes Lichtspiel ergaben.

Ein Licht, an das sie sich immer erinnern wird, weil damit für sie ein glückliches Leben seinen Anfang nahm.

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Top 3 der holländischen Köstlichkeiten

Die Geschichte des ‚oliebols‘

Meinen Freunden in Deutschland kann ich keine größere Freude machen zu Silvester als ‚oliebollen‘ zu backen. Tatsächlich backe ich sie nicht, sondern frittiere sie. In Holland sagt man einfach ‚oliebollen bakken‘, was eine Tradition ist, die bis ins Mittelalter zurückgeht – eventuell sogar noch weit davor. Wahrscheinlich war der ‚oliebol‘ eine der Gaben, die die Bataven zu Beginn unseres Kalenders ihren Göttern zum Jahresende opferten, um sie zufrieden zu stellen.

Durch seinen hohen Fettanteil und den damit verbundenen kalorischen Wert beschützte der ‚oliebol‘ im Winter vor Kälte. Im späten Mittelalter war es Tradition, um ärmere Mitbürger zu Neujahr mit einem ‚oliebol‘ zu beglückwünschen.

Allerdings backte man derzeit eher flache ‚oliekoeken‘, wozu man meist Rapsöl verwendete. Erst als zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als man durch die verbesserte Wirtschaft, mehr und hochwertigeres Olivenöl in den Niederlanden erhielt, bekamen sie ihre runde Form und wurden sie zu ‚oliebollen‘.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden sie in den Niederlanden zur Silvestertradition, wobei man sie auch das ganze Jahr über auf Jahrmärkten oder an den Marktständen in großen Städten finden kann.

Meid met oliebollen von Aelbert Cuyp 1652
Meid met oliebollen von Aelbert Cuyp 1652

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4. Advent

4. Advent mit der Familie

Es war noch leicht dämmrig, als Herr Klausmann zum ersten Mal alles vier Kerzen an seinem Adventskranz anzündete. Früher war ihm nicht aufgefallen, dass die Holzdielen der Wohnung über ihm knarrten, wenn man darüber lief. Jetzt hörte er die Schritte, wenn Max und Lotte vor Begeisterung durch seine ehemalige Kanzleiwohnung liefen. Wahrscheinlich würden sie nachher zu ihm herunterkommen, um ihm zu helfen, das Frühstück zu machen.

Es war viel passiert seit dem letzten Wochenende. Alexander und Johanna wohnten jetzt mit den Kindern über ihm. Am Montag kamen die restlichen Möbel aus der Dreizimmerwohnung in Grunern. Es waren nicht viele, denn die Wohnung war schon lange viel zu klein gewesen. Herr Klausmann hatte sie vor vielen Jahren gekauft und später Alexander überschreiben, als der aus Indonesien zurückgekommen war. Dort hatte er seine ersten Erfahrungen als Software Entwickler gemacht, bevor er sich mit einer eigenen Firma im Freiburger Süden gefestigt hatte.

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3. Advent: Weihnachtsvorbereitung

Weihnachtsgeschenke

Mit seiner Tasse Kaffee in der Hand schaute Herr Klausmann auf seinen Kalender an der Wand. Es war Freitag heute, Freitag vor dem 3. Advent. Für Marie immer ein besonderer Tag. Sie hatte jedes Jahr, genau an diesem Tag alle Weihnachtsgeschenke eingekauft und eingepackt. Herr Klausmann tat ihr das in den letzten 5 Jahren nach. Mit Freude zog er durch die Spielzeugläden, um seinen beiden Enkel eine ganz besondere Freude zu machen. Max wollte unbedingt einen interaktiven Roboter von Lego und Lotte hatte sich ein Schloss von ‚Frozen‘ gewünscht. Beides stand jetzt in großen Paketen in seinem neuen Schlafzimmer in der Erdgeschosswohnung, fertig eingepackt neben den Büchern von Alexander und Johanna. Das waren zwei Bildbände: ‚Die 100 Highlights von New York‘ für Johanna und ‚Im wilden Patagonien‘ für Alexander. Zum Spaß legte er beiden, sowie jedes Jahr, auf eine willkürliche Seite im Buch noch einen 100-Euro-Schein dazu. Alles hatte er selber festlich eingepackt. Nur am Format erkannte er noch, welches Buch er seinem Sohn und welches seiner Schwiegertochter überreichen musste. Die Geschenke von Max und Lotte waren deutlich am Geschenkpapier zu erkennen.

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2. Advent

Ein weiterer Anruf der Gräfin

Es war Samstagmorgen halb neun, die Wohnung von Herr Klausmann duftete nach frischen Brötchen und heißem Kaffee. Herr Klausmann saß über der Frankfurter Allgemeinen zu einem ausgiebigen Frühstück in der Küche. Wie er es mit Marie immer getan hatte. Es war der 2. Advent.

Er hatte den ersten, heißen  Schluck Kaffee hinuntergeschluckt, als das Telefon im Arbeitszimmer einen Anrufer meldet. Das konnten die Kinder sein. Um ihn zu fragen ein paar Einkäufe mitzubringen. Wie jeden Samstag aß er abends bei Alexander und Johanna.

„Kanzlei Klausmann und Söhne, was kann ich für Sie tun?“

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1. Advent

Anruf einer Unbekannten

„Das gibt’s doch nicht!!!“

Herr Klausmann hielt nur noch die Öse der Christbaumkugel zwischen Zeigefinger und Daumen und sah abwechselnd von den Scherben vor seinen braunen Schnürschuhen zum Telefon auf dem Sekretär.

Ernsthaft überlegte er sich, ob die Kugel durch das Klingeln des Handys aus seiner Hand gerutscht war. Oder durch seine Schusseligkeit.

„Kanzlei Klausmann und Söhne, was kann ich für Sie tun?“

„Guten Morgen, mit wem spreche ich?“

Das konnte er gerade noch gebrauchen. Vor Weihnachten wollte er keine neuen Aufträge mehr annehmen, schon gar nicht von einer älteren Dame mit ihrer lauten Stimme kurz vor dem 1. Advent. Er hatte sich vorgenommen, den Weihnachtsbaum zu schmücken, denn das tat er grundsätzlich Anfang Dezember. Abends würden seine Enkelkinder zum Pfannkuchen Essen kommen. Read more

Sinterklaas in den Niederlanden

„Schau, dort kommt das Dampfschiff aus Spanien schon an,
es bringt uns den Sinterklaas, das Fest fängt bald an.“ *

Es ist fast soweit. Sinterklaas kommt in den Niederlanden an. Die Ankunft des niederländischen Nikolaus mit rotem Mantel und weißem Bart und zweifellos der berühmteste und bei Kindern beliebteste Promi in den Niederlanden läutet jedes Jahr im November in Holland die Weihnachtszeit ein.

Das Traditionsfest Sinterklaas ist in den Niederlanden das Fest der Geschenke schlechthin und wichtiger als das Weihnachtsfest (obwohl der Weihnachtskonsum nach amerikanischem Vorbild aufrückt…). 

*  Schauen sie sich hier die niederländische Version an.

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Sandskulpturen und Winterstimmung

Ein (Winter-)Ausflugstipp, der mehr bietet, als er verspricht

Es war ein dunkelgrauer Novembertag. Immer noch oder schon wieder beschränkte Corona unsere Ausflugswut. Wir hatten uns schon tausende kleine COVID-sichere Ausflüge ausgedacht und mussten jetzt schon wieder beim Frühstück darüber nachdenken, was wir denn heute noch unternehmen konnten. Google bleibt unser bester Freund und siehe da: ein Sandskulpturen-Fest in Garderen. Klingt ganz hübsch, das kann man ja kombinieren mit einem Spaziergang im Herbstwald? Oder mal unterwegs beim Schafstall in Ermelo reingucken? Ok, das machen wir! Und Sandskulpturen zum Thema 2. Weltkrieg klingt spannend. Der interessiert uns ja ohnehin. Lust auf Winterstimmung haben wir und eine Tasse Kaffee gibt’s da bestimmt auch noch. Also los geht’s!

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