27. April – ein Tag in Orange

Als Kölnerin kenne ich ja so einiges durch Karneval, aber so etwas wie der ‚Koningsdag‚ haben wir noch nie erlebt. Am 27. April feiert die ganze Nation den Geburtstag des Königs der Niederlande.

Wir sind meine bessere Hälfte und im übrigen ein Schwabe und ich. Diesmal haben wir Schiller nicht dabei, weil uns schon viele erzählt haben, dass selbst im kleinsten Dorf gefeiert wird und wir einfach glauben das es für einen Hund zu laut und zu stressig ist.

Orange auf allen Straßen

Nein es spielt sich nicht privat in den Häusern ab, sondern auf den Straßen mit Musik, Getränken, Verkaufsständen, Märkten und Konzerten. Es wird fast 24 Stunden gefeiert, gegessen und getrunken. Wir starten unseren ‚Koningsdag‘ mit einem ausgiebigen Frühstück und dann geht es los. Das erste was uns auffällt ist: wir sind umgeben von der Farbe ‚Oranje‘. Jeder trägt etwas in orange, die Häuser sind mit Fahnen und Banner orange geschmückt, ohne orange fällt man auf.

Wir lassen uns durch die Straßen treiben und sehen lauter Verkaufsstände. Heute darf hier jeder alles und ohne ohne Genemigung verkaufen. Die Holländer verkaufen an dem Tag allesmögliche, von selbstgemachten Leckerbissen, über Second Hand Bekleidung, Neuware, Dienstleistungen wie Haare schneiden, handwerklichen Stücken, Blumen. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Es ist alles erlaubt und es wird gehandelt und gefeilscht, erzählt und gelacht.

Orange: zum Verzehr geeignet

In den Bäckereien sehen wir Gebäck und Kuchen in ‚Oranje‘ alles zu Ehren des Königs. Es wird Zeit für unsere erste Pause, wir suchen einen Platz in einem Lokal mit Außengastro und Blick auf die Grachten. Überall spielt Musik ob live oder vom Band, ein Bierfass steht auf der Terrasse und es gibt die typischen holländischen Gerichte wie Bitterballen, Käsewürfel, Frikandellen – super lecker – Kroketten und die berühmte ‚Erwtensoep‚. Es wird gegrillt und Süßes darf natürlich auch nicht fehlen. Es riecht überall nach ‚Poffertjes‘ und ‚Stroopwafels‘.

Nachdem wir die zweite Runde bestellt haben und der erste Hunger gestillt ist, kommt ein Wildfremder lachend daher und setzt mir einen orangenen Hut auf. Meine bessere Hälfte bekommt orangefarbene Balken ins Gesicht gemalt, mit der Bemerkung, dann fällt es nicht ganz so auf, dass wir keine Holländer sind. Irgendwie treibt es uns im Moment nicht weiter, wir unterhalten uns mit den netten Leuten am Nachbartisch. Holländer sind immer offen und gesprächig. Die Getränke sind kalt und das Treiben auf den Grachten mit den geschmückten Booten und feiernden Menschen, zu beobachten macht einfach Spaß.

Flüssiges Orange

Das Wetter passt. Wir fühlen uns rundum wohl und genießen den Moment. Angestoßen und getrunken wird an diesem Tag mit ‚Oranjebitter‘ – einem Likör, der selbstverständlich ebenfalls in der Farbe Orange leuchtet. Ehrlich, einer davon hat mir gereicht und ich war wieder bei meinem Cassis. Ich trinke überhaupt kein Bier, Schnäpse oder Liköre, sorry das höchste ist ein gutes Glas Rotwein oder eine Weißweinschorle.

Langsam trinken wir aus und eigentlich treibt es uns bei der netten Gesellschaft nicht weiter. Wir versprechen, dass wir wiederkommen. Weiter geht es, das nächste was wir entdecken ist ein aufgebauter Blumenmarkt. Ich bin schock verliebt. Der Geruch kitzelt meine Nase. Ich könnte von jeder Sorte eine Pflanze mitnehmen und als Erinnerung auf der Terrasse zu Hause pflanzen. Leider bremst mich mein Mann mich und sagt, ich soll daran denken, dass die Pflanzen nach Hause transportiert werden müssen. Ok, es werden ein paar Tulpen im Topf mitgenommen, in der Hoffnung, dass die bei uns im nächsten Jahr wieder blühen. Danach laufen wir direkt auf einen Platz zu, mit lauter Getränkestanden, Imbisswagen und Live Musik.

Nach einer Zeit qualmen uns die Füße und wir würden uns gerne setzen, gar nicht aufgefallen ist, wie schnell die Zeit vergeht. Langsam machen wir uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft und kommen tatsächlich wieder an unseren ersten Rastplatz vorbei. Es wir gerade ein Platz frei und ohne lange zu zögern sitzen wir wieder da, wo wir heute Morgen schon mal gesessen haben. Es werden noch ein paar nette Stunden. Auf dem Weg ins Bett sind wir uns einig, wir haben Holland von einer ganz anderen Seite kennengelernt. ‚Koningsdag‘  sollte jeder mal besuchen. Ein unvergesslicher Tag und das ist sicher nicht der letzte. Jetzt sagen wir erstmal:

Goedenacht! – Gute Nacht!

Bis zum nächstenmal,

Dani und die schwäbische Shopping Queen

 

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