Rundfahrt s' Hertogenbosch

Ein sonniger Nachmittag im Oktober und die Luft fühlt warm an. Das Abteil duftet nach unseren Kaffees, die uns auf der halbstündigen Zugfahrt nach ’s Hertogenbosch begleiten. Wie Touristen, bepackt mit Rucksack, möchten wir heute der einzigen echten Touristin im Bunde die Hauptstadt von Nord-Brabant vorstellen: ’s Hertogenbosch, im Volksmund auch Den Bosch genannt. Diesmal nicht nur zu Fuß, sondern mit einer Rundfahrt auf dem Wasser. Denn was für Amsterdam die Grachten sind, sind für ’s Hertogenbosch die Bäche.

Die Binnendieze

Mit einem erfahrenen Steuermann gehen wir an Bord. In einem Flüsterboot erkunden wir den Bachverlauf der Binnendieze. Ohne Unterbrechung erzählt der ehrenamtliche Mitarbeiter am Ruder uns alles über die Gewässer rundum die Stadt ’s Hertogenbosch.

Die Binnendieze ist der Sammelbegriff für mehrere Bäche in der historischen Bischofsstadt ’s Hertogenbosch. Eine wahre Touristenattraktion. Die Binnendieze entsteht aus verschiedenen anderen Flüssen, sowie der Aa und der Dommel und einem Kanal, dem Zuid-Willemsvaart, die außerhalb der Stadt, zusammenkommen in einem recht kurzen Fluss, der Dieze. Sie ist eine Fortsetzung der Dommel, die von Eindhoven aus Richtung Norden fließt und ein Nebenfluss der Maas.

Da die Stadt in der Vergangenheit kaum Raum zur Ausbreitung hatte, wurde ein großer Teil der Binnendieze im Laufe der Zeit mit Häusern überbaut. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten, wo die Kanäle oder Grachten oft vor den Häusern verlaufen, verläuft die Binnendieze an den Rückseiten der Häuser. Daher sind die Bäche nur hier und da im Stadtbild sichtbar.

Lange Zeit hatten der Bach zwei Funktionen: sowohl Wasserzufuhr als Kanalisation. Dadurch waren Rattenfänger ständig zu Gange um die Nagetierplage in Zaum zu halten. Aus diesem Grund wurde 1968 beschlossen, die Binnendieze dicht zu machen. Wegen ihres einzigartigen Charakters gab es daraufhin erfolgreichen Widerstand in der Bevölkerung. Zwischen 1973 und 1998 wurde die ursprüngliche Struktur der Binnendieze wiederhergestellt. Noch immer ist man nicht ganz fertig mit den Maßnahmen.

Die Binnendieze: Rundfahrt s Hertogenbosch

Der Frosch von ’s Hertogenbosch

Wie in viele Regionen Nord-Brabants feiert ’s Hertogenbosch jährlich Fasnacht. An diesen Tagen bekommen niederländische Fasnachtshochburgen ander Ortsnamen. ’s Hertogenbosch wird zu ‚Oeteldonk‘, sprich Uteldonk. Ein Oetel ist ein Frosch und damit das Wahrzeichen der Oeteldonker Fasnacht. Donk bedeutet Sumpf. Diesen Begriff sieht man in verschiedenen anderen Orten, wie beispielsweise Berg en Donk, ein kleiner Ort in Nord-Brabant.

Während der Faschingstage in Oeteldonk sieht man überall Frösche. Kwaaaak…

 

Die Fledermäuse

Während der Rundfahrt werden wir auf die zahlreichen Fledermaus-Schlafplätzen hingewiesen.

 

 

Hekel Schleuse Rundfahrt s Hertogenbosch

Binnendieze durch die Gärten

Auf der Rundfahrt durch ’s Hertogenbosch sehen wir, dass ein Teilstück durch eine Stützmauer abgesichert wird. Als die Binnendieze wieder freigelegt wurde, war inzwischen ein Baum gewachsen, den man nicht fällen durfte. Dies war die einzige Möglichkeit beides zu erhalten.

Bierbrauen in ’s Hertogenbosch

In ’s Hertogenbosch gibt es im Augenblick 10 Bierbrauereien, darunter auch die größte und bekannteste, Heineken. Ich entscheide mich aber für ein etwas unbekanntes Bier: Jheronimus Bosch Bier von der Brauerei Kolleke, ein fruchtig frisches Blond mit einem angenehm erdig-warmen Geschmack.

Dabei schauen wir hinüber zum ehemaligen Atelier und Wohnhaus von Jheronimus Bosch, einem Maler aus der Spätgotik bzw. der Renaissance. Die meisten seiner Werke sind allerdings nur in Madrid zu bewundern.

Jheronimus Bosch Rundfahrt s' Hertogenbosch

Für einen Besuch dort reicht es leider nicht mehr. Vielleicht beim nächsten Mal.

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