Entdeckungsreise in Zeeland

Muschel- und Austernsuche in Zeeland

Wenn ich in Holland Urlaub mache, muss ich einfach immer die kulinarischen Meeresköstlichkeiten wie Austern, Muscheln, Herzmuscheln, Strandschnecken, Hummer und Krebse essen und wenn’s auch überall in Holland möglich ist, in Zeeland schmecken die einfach am besten! Am Strand, mit den Füβen im Sand und einem herrlichen Glas Wein oder Muschelbier. Wenn man aber auch wissen will, wie diese salzige Delikatessen gezüchtet, geerntet oder gefangen und köstlich zubereitet auf dem Teller landen, kann man auf einer Entdeckungsreise in Zeeland wirklich alles darüber erfahren. Begleiten Sie mich auf einer tollen Entdeckungstour durch das Land der Austern und Muscheln!

Meeresfrüchte

An allen Seiten umgeben vom Wasser ist es gar nicht erstaunlich, dass Zeeland für seine Meeresfrüchte bekannt ist. In den fruchtbaren Böden der Ooster- und Westerschelde und in der Nordsee werden in Hülle und Fülle Muscheln und Austern gezüchtet. Aber auch Hummer und Krebse und köstliche Fischsorten tummeln sich hier im Wasser und stehen deshalb auch fast überall auf der Speisekarte. Zeeland ist ein Schlaraffenland für den ‚Fischfeinschmecker‘!

Das schwarze Gold

Zeeland und Muscheln, die hier auch das ‚schwarze Gold‘ heißen, sind so miteinander verbunden wie Köln und das ‚Kölsch‘. Die bekanntesten Muschel-Orte in Zeeland sind Yerseke, Bruinisse und Philippine. Der Muschelsaisonbeginn richtet sich nach dem Wachstumsstand der Muschel. In Holland heißt ein Sprichwort: „Muscheln isst man, wenn sich ein ‚R‘ im Monatsnamen befindet“. Das stimmt aber nicht ganz, denn Muscheln gibt’s – zum Glück – schon ab Juli bis Mitte April des folgenden Jahres!

Miesmuschel

Das wichtigste Produkt der niederländischen Schalentierzucht ist die Miesmuschel. Mit einer eigenen Miesmuschel-Versteigerung und Verarbeitung von ungefähr 90 Millionen Kilo Miesmuscheln pro Jahr ist das zeeländische Fischerdorf Yerseke das Miesmuschel-Zentrum Nordwest-Europas. Auch für den florierenden Export! Und bei den tollen Bezeichnungen wie Goldmarke, Jumbo, Imperial, Super und Extra läuft mir jetzt ja beim Schreiben schon das Wasser im Munde zusammen…

In Zeeland werden die Miesmuscheln übrigens nicht nur in Bodenkultur, sondern auch in Hängekultur gezüchtet. Bei der Hängekultur werden die Muscheln in Baumwollnetzen (den sogenannten Muschelsocken) an einem Seil im Wasser aufgehängt. Da sich im oberen Meeresbereich mehr Nahrung befindet, wachsen die Muscheln schneller.  Dadurch können sie früher geerntet und somit auch verkauft und verzehrt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie nicht gespült zu werden brauchen und einem der knirschende Sand zwischen den Zähnen erspart bleibt.

Austern

Ebenfalls aus Zeeland kommen die exklusiveren Austern. Und zwar zwei Sorten: die Zeeuwse platte Auster ist etwas exklusiver und wird vor allem roh mit etwas Pfeffer und Zitronensaft verzehrt. Die Zeeuwse bolle, oder ‚creuse‘ wird sowohl gegrillt als auch roh serviert. Die ‚Zeeuwse platte’ ist erst nach ungefähr sechs Jahren reif für den Verzehr. Sie ist wegen ihres längeren Wachstums nicht nur besonders fein im Geschmack, sondern auch exklusiver und somit leider auch teurer.Die ‚Zeeuwse bolle‘ kann schon bereits nach zwei Jahren verzehrt werden.

Ursprünglich war die platte Auster die ’normale‘ Auster. Sie geriet irgendwann mal aus der Mode und wurde zum Glück letztendlich doch wieder als echte Delikatesse entdeckt. Vom Geschmack her ist die platte Auster etwas voller und salziger und hat etwas mehr Biss.

Beide Austernsorten werden in speziellen Austernbecken aus Beton in der Oosterschelde gezüchtet, sorgfältig bewässert und von Hand ausgelesen und verpackt. Die Oosterschelde mit ihrer perfekten Wassertemperatur, ihrem reinen Wasser und ihrem idealen Salzgehalt bietet die allerbesten Bedingungen für die Zucht erstklassiger Austern. Erhältlich sind Austern übrigens von September bis Ende Juni.

Zeeländische Delikatessen

Und dann gibt es in Zeeland noch was ganz Besonderes – Sandschnecken auf Rosinenbrot! Früher auf Sylt aßen wir als Kinder immer ‚Qualle auf Sand‘, was sehr lecker war, aber irgendwie immer richtig eklig klang. Auch dieses traditionelle Rezept aus Zeeland, klingt durchaus gewöhnungsbedürftig (finde ich), soll aber ein traumhaftes süß-salziges Geschmackserlebnis sein. Sandschnecken sind Meeresschnecken, die sich an Algen, Wellenbrechern und in Salzwiesen befinden. Man sammelt sie von Hand. Also, ich konnte meinen Magen noch nicht überzeugen, höre aber gerne, ob eine(r) unserer Leser(innen) sich getraut hat und vor allem, ob es ‚lekker‘ war! Wie auch immer: Guten Appetit!

Haben Sie Lust bekommen auf eine Entdeckungsreise in Zeeland? Oder fahren Sie lieber nach Noordwijk aan Zee.

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