Geheimtipp Markthalle in Rotterdam

Ich liebe Rotterdam. Meine Oma, mütterlicherseits, hat ihr ganzes Leben in Rotterdam gewohnt, wo ich sie regelmäßig und oft wochenlang besucht habe. Der jüngere Bruder meiner Mutter sagte oft, dass ich die Stadt besser kenne als er.

Rotterdam hat wunderbare Ecken. Die Markthalle ist für mich eines der größten Highlights der Stadt.

Markthalle in Rotterdam

2014 eröffnete Königin Maxima höchstpersönlich die Markthalle in Rotterdam. Sie steht mitten im Zentrum von Rotterdam, da wo sich im 13. Jahrhundert die ersten Einwohner an der Rotte angesiedelt haben. Dieser Fluss, die Rotte, ist der Namensgeber der Stadt Rotterdam. Man vermutet, dass der Name diese Flusses Rotta, wörtlich übersetzt soviel wie schlammig oder trüb bedeutet und dass der Ort in früheren Zeiten auch Rotta hieß. Genau wie Gouda oder Breda endeten viele Ortsnamen mit dem Buchstaben ‚a‘.

Aber zurück zu meinem Geheimtipp: Die Markthalle ist ein riesiger Bogen. Der Architekt der Markthalle ist das Büro MVRDV. Der Name ist zusammengestellt aus den Initialen der Nachnamen von Winy Maas, Jacob van Rijs und Nathalie de Vries. Sie waren auch verantwortlich für das Pavillon der Niederlande auf der Expo 2000 in Hannover.

Von Innen ist das Gebäude mit einer bunten, fast leuchtenden Decke im modernen Blumenmuster verziert. Dieses Kunstwerk hat die Größe von zwei Fußballfeldern. Die Künstler Iris Roskamp und Arno Coenen haben sich dabei inspirieren lassen durch die Griechische Mythologie.

Fruchtiges aus der Markthalle Rotterdam

Das Horn der Fülle ist das Symbol für Glück, Fruchtbarkeit, Reichtum und Überfluss, was die Früchte darstellen. Auf dem mittleren Foto ist die St. Laurenskirche zu sehen. Sie ist – neben dem alten Rathaus – eine der wenigen Überreste, die den 2. Weltkrieg schwer beschädigt und ausgebrannt überlebt hat. Es gibt einen Grund, warum sie in dieser Zeit letztendlich nicht abgerissen wurde: „Auf Befehl des Führers unter Kunstschutz gestellt.“

Zurück zur Markthalle: An der Außenseite des Gebäudes befinden sich außerdem noch 228 Mietwohnungen der höheren Preisklasse. Für mich leider unerschwinglich.

Unter dem Gebäude befindet sich eine vierstöckige Tiefgarage mit 1.200 Parkplätzen und der neusten Technik. Parktickets für die größte Tiefgarage von Rotterdam könnt ihr vorab im Internet bestellen. Das Nummerschild wird am Eingang gescannt und ermöglicht das schnelle Ein- und Ausfahren. Allerdings fahrt Ihr auch problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Rotterdam, denn der Verkehr auf den Straßen ist nicht zu unterschätzen. (Von Noordwijk braucht man eine gute Stunde.)

Direkt nach der Eröffnung war es, durch die hohen Mietpreise, schwierig, genügend Unternehmer zu finde, um alle Marktstände gefüllt zu bekommen. Das hat sich mittlerweile geändert. Alle Stände sind bemannt und es herrscht immer ein reger Trubel. Die Markthalle ist täglich von morgens bis abends geöffnet, auch sonntags.

Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg

Die Vielfalt ist, was Rotterdam für mich so unheimlich interessant macht: Gleich nach dem Krieg begannen weltberühmte niederländische Architekten mit dem Wiederaufbau der Stadt. Dadurch findet man enorme Gebäude aus allen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Das renommierte Kaufhaus Bijenkorf von Willem Dudok aus dem Jahr 1957 ist das Symbol des Wiederaufbaus in Rotterdam. Es war in meinen jungen Jahren eines meiner beliebtesten Ausflugsziele der Stadt und ist es bis jetzt geblieben – wenn auch online. Dort gibt es Luxus – pur. Früher lief ich dort zu Fuß hin, natürlich durch den Maastunnel (1942), einem ein Kilometer langen Tunnel, der ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer angelegt wurde.

Wenn man die Rotterdammer fragt, werden sie sagen, dass das absolute Wahrzeichen der Stadt natürlich der Euromast ist, der zur nationalen Gartenschau, der Floriade, im Jahr 1970 gebaut wurde.

Im Jahr 1978 entstanden die bekannten Kubuswohnungen, die in der Form von 28 auf der Spitze stehenden Würfel angebracht worden sind.

Dies sind nur einige meiner Lieblingsorte der Stadt. Nur ganz kurz noch ein paar andere Highlights von Rotterdam: der Bleistift, die Bibliothek, das Weiße Haus, die Witte de Withstraße, die Kaufgosse, der Hauptbahnhof, die Erasmusbrücke, Hotel New York und viele interessante Museen. Das alte Rathaus, in dem meine Mutter standesamtlich geheiratet hat, lohnt sich zu besuchen.

Meiner Meinung nach ist es, im Gegensatz zu Amsterdam, nicht zu schaffen, um Rotterdam an einem Tag zu erkunden. Ich empfehle Euch mindesten drei Tage zu nehmen, um die vielseitige Stad wirklich kennenzulernen. 😉

Der Charme der Markthalle

Wenn ich einmal in der Markthalle von Rotterdam bin, komme ich da nicht so schnell wieder raus. Ich treffe mich hier gerne mit Freunden auf einen Kaffee auf der zweiten Etage. Aber auch zum Einkaufen komme ich hier gerne her, denn es gibt viele internationale, nationale aber auch typisch regionale Produkte: die Rotterdammer Wurst und Käse aus der Region Süd-Hollands. Die Markthalle beherbergt ungefähr 65 verschiedene Unternehmen, wovon 15 Restaurants und zwei Supermärkte. Wenn ich daran denke, läuft mir bereits das Wasser im Munde zusammen.

Mit den Lebensmitteln, die Ihr beim Inder findet, lässt sich übrigens ganz hervorragend das köstliche Saté aus dem Kochbuch Lecker NL zaubern.

Wenn Euch interessiert, wie das Künstlerpaar Iris Roskamp und Arno Coenen selbst wohnt und was sie inspiriert, könnt ihr euch das im siebenminütigen Programm von Binnestebuiten anschauen. Sie geben einen Einblick in ihr eigenes Reich in Rotterdam.

Ich hoffe, ich konnte Euch Rotterdam ein bisschen schmackhaft machen. Solltet Ihr Lust haben auf eine persönliche Stadtführung, stehe ich gerne zur Verfügung. Wir treffen uns dann gerne bei meinem Geheimtipp: Markthalle in Rotterdam.

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